Dienstag, 1. Februar 2011

Wir müssen zurück. Zurück in die Zukunft!

Hallo zusammen.
Also für den Fall, dass das noch irgendjemand liest, ich "arbeite" tatsächlich an einem neuen Projekt.
Es wird einen Domainwechsel geben, komplett neuen Content, ein hoffentlich schönes Design und eine völlig andere Prämisse.
Allerdings würde ich es nicht als 180 Grad Wende, sondern eher als 360 Grad Erweiterung bezeichnen was ich vorhabe. Ich hoffe, dass ich spätestens Ende Februar mit meinem neuen Blog an den Start gehen kann.
Das ist noch alles sehr kryptisch, Details gibt es später wenn die Sache vollkommen in trockenen Tüchern ist.
Soweit erstmal wieder ein Lebenszeichen von mir.
Auf Bald, wenn ihr wollt
Greetings Kazper

Dienstag, 25. Mai 2010

Happy Birthday Kazper



"...ich wollt noch soviel machen
jetzt ist der Tag schon aus
so viele wichtige Sachen
heut nicht, ich bleib Zuhaus..."
Rainald Grebe - Es ist gut



Das vertraute Ploppen der Staropramenflasche, welche ich mir am Wochenende an dem ich den Rest der Flaschen trank extra für jetzt aufbewahrte, ist ein beruhigendes Geräusch. Ein leckeres Geräusch, wenn es das gibt. Vielleicht ist das auch nur ein weiterer Schritt in Richtung Alkoholismus, vielleicht auch nicht.
Gerade sind andere Dinge wichtiger.
Ich bin seit 29 Minuten 25 Jahre alt.
Dieser Blog wurde kurz vor meinem einundzwanzigsten Geburtstag gegründet, dafür das er schon vier Jahre existent ist, wurde hier verdammt wenig geschrieben. Aber das brauch mir nicht peinlich sein, die Anzahl der Leser dürfte ähnlich überschaulich sein, wie die der bisherigen Einträge.
Irgendwie verbinde ich meinen Geburtstag mit diesem Blog, keine Ahnung warum, aber seit der "Eröffnung" kehren an jedem Geburtstag meine Gedanken hierhin zurück. Nun möchte ich mir selbst in diesem Blog zum Geburtstag gratulieren. Nicht um alle darauf aufmerksam zu machen das ich Geburtstag habe, damit mir möglichst viele Leute gratulieren, sondern weil ich ein ziemlicher Egomane bin. Ich schreibe am liebsten über mich selbst.
Das klingt arrogant, ist es wahrscheinlich auch, aber es ist die Wahrheit.
Am einfachsten fällt mir das Schreiben wenn ich über mich schreibe oder über irgendwas, was in meinem kleinen Universum das Fünfundzwanzig-Jähriges feiert, stattfindet.
Diese Glückwunschkarte die ich mir schreibe, wird keine "oh ich bin bald dreißig und quasi schon tot, ich will wieder fünfzehn sein" Karte, obwohl auch das in meinen Gedanken kreist.
Ich will mich einfach mal ordentlich selbst beglückwünschen, einfach nur weil man das manchmal brauch. Eine Daseinsberechtigung des eigenen Handelns erteilen und sich vergewissern das der Kurs den das eigene Leben nimmt, so unbestimmt er auch sein sollte, trotzdem noch stimmt.
Auf "Ja ich will!" gehts weiter


Dienstag, 6. April 2010

Nicht Massenkompatibel

Eine Lobhudelei auf Rainald Grebe



Alle die mich kennen, werden sich das anhand der Uhrzeit die unter dem Post steht selbst zusammen reimen können und auch für treue Leser, falls ich so was habe, wird es keine Überraschung sein. Ich habe mal wieder etwas weniger geschlafen als der Durchschnittsbär. Um nun wieder in einen normalen Rhythmus zu gelangen, ist es nötig den Tag zu schaffen. Seltsamerweise immer dann, wenn ich eigentlich zu müde bin um etwas zu schreiben, bekomm ich enorme Lust darauf.
Seit der Stephen King Lobhudelei, habe ich mit dem Gedanken gespielt so etwas öfters zu machen.
Ich bin auch privat einer von der nervigen Sorte Mensch, der allen Leuten immer was empfehlen muss. Egal worum es geht. Literatur, Filme, Musik, Comics etc. Ich will allen immer helfen gewisse Dinge kennen und lieben zu lernen und kann dabei auch sehr nervig sein. Ich glaube ich wäre ein schrecklicher Vater. Onkel bin ich ja schon. Die Ärmsten tun mir jetzt schon leid.
Ich schweife ab.
Also, ich spreche gern Empfehlungen aus und nach meiner sehr einseitigen und eigentlich nichts sagenden Lobeshymne auf Stephen King, habe ich nun beschlossen euch, liebe Internetgemeinde, Rainald Grebe ans Herz zu legen.
Also gibt es im Folgenden meine ganz persönliche Meinung zu Herrn Grebe zu lesen und vor allem jede Menge gute Gründe, ihm zumindest mal eine Chance zu geben. Und da ich endlich die "After the Jump" Funktion gefunden habe, gibts unter "Ja, ich will." also nun die gesamte Rainald Grebe Lobhudelei zu lesen.



Sonntag, 21. Februar 2010

Präventiver Nachruf

Hm, schwierig das Ganze. Hier mal ein sehr sehr persönlicher Beitrag aber irgendwie muss ich dazu was schreiben. Und ich muss das auch im Internet veröffentlichen. Warum? Ich habe wirklich nicht die geringste Ahnung.
Ich hab einfach nur den Drang dazu was zu schreiben und wieso sollte man etwas schreiben wenn es niemals jemand liest? Wäre völliger Unsinn. Also raus damit. Emotionaler Ausverkauf, persönliche Vollprostitution mit allem was dazu gehört. Wie Vormittags im Fernsehen.
Was ist überhaupt los? Eigentlich eine Lappalie, etwas was ständig überall passiert und worüber schon tausende von Menschen gejammert, geheult und geschluchzt haben und sich ebenso viele lustig gemacht.
Die Katze mit der ich 17 Jahre lang aufgewachsen bin wird sterben. Ich mein, dass sie das wird ist klar, werde ich auch, werdet ihr und selbst Obama wird irgendwann die Lichtung des Pfades erreichen. Für meine (nicht besitzergreifend gemeint) Katze wird sich wahrscheinlich Morgen die Welt aufhören zu drehen. Kein Angst, hier kommt jetzt kein "sie war wie eine Schwester", "sie war mir total wichtig", "sie war ein Teil der Familie" Kram.
Das trifft zwar alles zu, ist aber überflüssig zu sagen und vor allem abgedroschener als Last Christmas im Dezember. Ich möchte mich viel mehr einfach damit auseinandersetzen und ein paar Gedanken über dieses Wesen artikulieren, welches für mich schon immer Bestandteil meines Lebens war.
Ich meine, sie ist 17 Jahre alt, ein gutes, weites Alter für Hauskatzen und hat es natürlich immer gut gehabt.
Aber schon da fängt es an. Hat sie es denn immer gut gehabt?
Wir haben sie nie geschlagen, missachtet, schlecht behandelt oder ähnliches.
Wir haben sie nur eingesperrt.
Ich habe sie als ich Acht war, von einem Bauernhofurlaub mitgebracht.
Ich habe sie von ihrer Familie weggerissen und in eine Wohnung eingesperrt. Warum? Aus Egoismus. Weil ich eine Katze haben wollte.
Wir lebten in einem Mehrfamilienhaus im zweiten Stock, mit einer relativ viel befahrenen Straße davor.
Keine Chance das sie raus durfte. Wir haben auch nie eine Katzenleine in Erwägung gezogen, weil das ja so albern aussieht. Also haben wir ein Tier, welches keinerlei Probleme hatte, in keiner Notsituation oder ähnlichem steckte, aus seiner gewohnten Umgebung und vor allen Dingen Freiheit gerissen, nur um sie in unsere vier Wände zu sperren.
Ich bestreite nicht das es ihr gut ging bei uns. Aber ging es ihr besser, als es ihr in der freien Natur ergangen wäre?
Diese und solche Fragen stelle ich mir. Dabei landet man zwangsweise beim Egoismus des menschlichen Geistes. Morgen werden wir entscheiden, dass sollte es ihr nicht besser gehen, wir sie einschläfern "damit sie sich nicht quält".
Wie töricht, wie unverschämt, einfach diktatorisch.
Dennoch wird es so sein. Weiß ich denn das sie damit konform gehen würde? Natürlich nicht.
Weiß ich das es ihr besser geht wenn sie tot ist? Da muss man fast lachen, geht es ihr überhaupt noch irgendwie? Wenn sie ein menschenähnliches Bewusstsein hätte, würde sie überhaupt die von uns gepriesene Erlösung wollen?
Also warum wird sie eingeschläfert? Weil WIR nicht sehen wollen wie sie sich quält.
Genauso wie das, das schlimmste an ihrem Tod ist, dass ihre Existenz für UNS damit endet.
WIR wollen nicht, dass diese Katze stirbt, weil WIR dann keine Katze mehr haben. Das ändert nichts an meinen vorhandenen Gefühlen für dieses Tier und der emotionalen Bindung. Dennoch hinterlässt es einen bitteren Beigeschmack.
Was will ich eigentlich? Ich will glaube ich nur auf meine Weise Abschied nehmen und mich damit auseinandersetzen.
Es geht hier nicht um einfaches Rumgeheule. Mir ist durchaus bewusst, dass sehr viele Menschen täglich mit viel Schlimmerem zu tun haben.
Ich weiß auch, dass es hier nur um ein Haustier geht und ich schreibe nur und meine nur. Weil es einfach zum "Haben" eines Haustieres gehört, dass es irgendwann stirbt. Das ist der gesamte Prozess des Besitzen von Haustieren. Außerdem ist mir die geringere Wertigkeit des Leben eines Haustieres mehr als bewusst. Es wäre extrem scheinheilig von mir als Fleischfresser und möchtegern Zyniker, dass ganze jetzt auf eine andere Ebene als den Tod einer einfachen Katze zu heben. Und obwohl mir das alles geistig vollkommen klar ist und sich daran auch nichts ändern wird. Sieht das emotional eben anders aus. So ist das nun mal und so geht das allen die ein sterbendes Haustier haben.
Es geht hier nicht darum Trauer zu artikulieren, sondern sich mit den Gegebenheiten auseinander zu setzen. Wirklich um ein Haustier in der Öffentlichkeit zu trauern, würde ich mir niemals anmaßen. Es gibt soviel schlimmere Dinge und so viele Menschen die schwerere Lasten zu tragen haben, dass es albern wäre hier zu sitzen und bei der Internetgemeinde über eine tote Katze zu flennen.
Vielmehr ist das ein Akt der Selbstheilung. Nicht zuletzt der Realisierung des situativen Kontextes. Alles nur ein bisschen Palaver zur Selbsttäuschung.
Die ist hiermit abgeschlossen.
Jeder der das liest darf sich gerne ausgenutzt fühlen.

Nachtrag:
Nicht mehr präventiv
Ruhe in Frieden

Montag, 18. Januar 2010

Es gibt kein Außen mehr...

Weil man überhaupt nichts aushält
muss man immer ganz und gar sein
muss immer alles klar sein
wie die Teile eines Puzzels
und die kleinen Hände greifen
nach den Teilen die nicht passen wollen

Es gibt kein Außen mehr
kein Drinnen und Draußen mehr



Vorübergehend geschloßen.


Nachtrag:
Nach einem kurzen Sacken lassen, ist mir das hier jetzt doch zu kryptisch gewesen.
Über die Beweggründe warum ich mit Filmriss "pausiere" kann ich nicht viel sagen, außer das mir momentan jegliche Motivation zum Schreiben fehlt, jedenfalls in der bisherigen Form. Außerdem kommt mir das momentan zusehends alberner vor.
Was hier jetzt stattfindet weiß ich noch nicht so recht. Fakt ist, dass ich mit Filmriss nicht dahingekommen bin, wo ich hinwollte und mir vielleicht zuviel vorgenommen habe. Es ist mit Sicherheit noch nicht alles aus dem Leben des Charakters erzählt, geschweige denn seine aktuelle Position genug verdeutlicht, dennoch fehlt momentan ein wenig der Drang, was vielleich auch an einer gewissen zu starken Intensität meinerseits liegt, die ich hier unsichtbar für andere einsetze (ungefähr darauf zielt auch das von mir gewählte kryptische Zitat ab).
Fakt ist, dass ich mir überlege was nun weiterhin wird. Ich hoffe, dass wenn ich Filmriss erstmal ruhen lasse, ich entweder wieder lust bekomme daran oder etwas anderem weiter zu arbeiten.
Außerdem ist das Abenteuer Blog hier noch nicht beendet, trotz aller Abneigung gegenüber der bisher veröffentlichen Geschichte, ist mein Mitteilungsbedürfnis und Geltungsdrang so stark wie eh und je.
Also mich würde freuen wenn hier weiterhin ab und zu vorbeigeschaut wird. Ich versuche auch ab und an neues zu bieten.

So long...

Samstag, 2. Januar 2010

Filmriss Teil 10 b)

Ein Chor von betrunken Stimmen welche „Alt wie ein Baum“ singen, ist was ich höre, als ich langsam erwache. Mein Nacken ist verkrampft und schmerzt von der harten Holzbank, auf der ich in Jessicas Wintergarten ein kleines Power-Nickerchen abgehalten habe. Mir gegenüber sitz Leppert und grinst breiter als jede Katze aus dem Wunderland es jemals könnte. „Hey, siehst ja frisch wie ein Frühlingsmorgen aus.“ Als ich versuche zu antworten, bemerke ich erst wieder das ich ja total voll bin. Statt einer pfiffigen Retourkutsche, dringt aus meiner Kehle ein leicht blubberndes Stöhnen.
Nachdem ich mich aufgesetzt habe und erfolgreich verhindern konnte den Wintergarten voll zu kotzen, sammelt sich mein Sprachzentrum langsam wieder. Mit noch nicht ganz offenen Augen frage ich: „Wie spät?“. Leppert lässt sein Handy erleuchten. „Kurz nach Drei. Wir haben übrigens wie immer alles richtig gemacht. Der Wodka ist leer und die Hälfte der Assis hier sind schon nach Hause.“ Ich stütze die Arme auf den Tisch vor mir und lege den Kopf in meine Hände. Ich atme wieder tief durch um klarzukommen, als ich aufblicke schiebt mir Leppert ein weiteres Bier zu, welches mit dem Kondenswasser an der Flasche, viel zu verlockend aussieht um es nicht zu trinken. Während ich trinke, stößt mich Leppert unter dem Tisch mit dem Fuß an und flüstert mir ein „Jetzt machen wir dir mal was klar“ zu.
Ich schaue ihn nur verdutzt an und halte ihn für völlig Wahnsinnig, weil ich keinen blassen Schimmer habe was das bedeuten soll. Er schaut angestrengt auf das Etikett seiner Flasche und sagt: „Meinst du echt das sie so toll ist? Ich mein sie ist ganz niedlich aber du redest ja von ihr als wäre sie Julia und du Romeo.“ „Was zur …“ öffne ich meinen Mund als mich Tanjas wunderschöne Stimme, welche hinter mir erklingt unterbricht: „Wer findet wen toll?“. Trotz meiner Trunkenheit wird mir klar was Leppert vorhat. Ich trete ihn so fest ich kann gegen sein Schienbein, aber er zuckt nicht einmal.
Mit einem süffisanten Lächeln sagt er: „Oh Hi, also ich kenn jemand ziemlich betrunken, der findet dich glaub ich ziemlich toll. Zumindest redet er seit Ewigkeiten nur von dir.“ Ich werde schlagartig rot und starre nun selbst starr auf meine Flasche, ansehen kann ich sie jetzt auf keinen Fall. Mein Hirn versucht an einem Plan zu arbeiten das Dilemma irgendwie abzulenken. Keine Chance, bin zu betrunken und kann nur daran denken wie gern ich Leppert jetzt mit meiner Faust in sein grinsendes Gesicht schlagen würde. Ich würde erst aufhören auf ihn einzuprügeln wenn…“ Oh, okay.“ Sagt sie ohne das ich fähig wäre das irgendwie zu interpretieren. Ich bin gefickt und nicht auf die gute Weise. „Och Ben, nun sag doch auch mal was, eben warst du auch nicht so mundfaul“ Du bist Tot Leppert, Mausetot, wenn ich dich erwische…“ Was hast du denn gesagt?“ fragt sie mich sanft und legt mir dabei eine Hand in den Nacken. Ich erschaudere angenehm unter ihrer Berührung.
Ich hab keine Wahl, Flucht nach vorn. Alle zurückgelegten Brücken abbrennen. Was hab ich zu verlieren? Jetzt ist eh alles im Arsch. Und wenn ich schon abtrete dann mit einer Pyro-Show. Kein Platz mehr für Feigheit, kein Raum für Scham. Ich drehe mich um und sehe sie an. Ich schau in ihre Augen. Ich glaube einen Moment lang, dass ich das einfach nicht kann, kein Wort rausbekommen werde. Dann spreche ich wie von alleine, noch während der ersten paar Worte steht Leppert auf und lächelt wissend auf mich herab, während er uns alleine lässt.
Ich sage mit auf einem Minimum reduziertem betrunken Nuscheln:
„Ich hab gesagt, dass du wirklich wunderschön bist. Ich mein, ich weiß das das kitschig und abgedroschen ist, aber das ist das was mir einfällt wenn ich dich ansehe. Nicht das ich dich geil finde, obwohl ich lügen würde, wenn ich sagen würde das ich das nicht tue,..“ was zur Hölle sage ich da? „…sondern das du schön bist. Hübsch. Meinetwegen Atemberaubend, um endgültig jedes Klischee zu erfüllen.“ Okay, ich kann nicht aufhören, naja, dann mal weiter in den Gegenverkehr, Gaspedal durchdrücken. „Versteh mich nicht falsch, dass ist kein Angebot oder eine Frage, weil ich weiß das zwischen uns nichts sein wird, es sei denn du bist komplett geschmacksverirrt und wahnsinnig. Aber du hast mich nun mal gefragt und ich Antworte. Tanja du bist eine Person die mich wahnsinnig macht. Ich kann nicht aufhören dich anzusehen. Wenn du lächelst und ich mein dein ehrliches Lächeln, möchte ich aufschreien, weil es mit das tollste ist, was ich je gesehen habe. Das ist so wunderbar ehrlich und deshalb so hübsch. Auch wenn das jetzt klingt als wäre ich ein oberflächlicher Typ, dem einfach nur dein wunderhübsches Äußeres gefällt, muss ich das verneinen.“ Jetzt kann ich sie nicht mehr anschauen, ich blicke wieder auf das Bier, dessen Etikett ich nebenbei abkratze. “ Ich weiß nicht ob man sagen kann das ich dich liebe, aber verknallt bin ich in jedem Fall. Wenn nicht in dich, in wen denn dann sonst? Noch nie hat mich jemand so sehr beeindruckt. Du bist ein faszinierender Mensch und bedeutest mir in der kurzen Zeit, die ich dich erst kenne mehr als ich gedacht habe, dass mir jemand bedeuten kann.“
Sie sagt kein Wort, sie hat mich zwischendurch ein paar Mal versucht zu unterbrechen, aber ich habe einfach weiter gesprochen. Ich Idiot. Fast eine Minute vergeht, eine Minute in der ich sie nicht ansehen kann und niemand ein Wort sagt. Ein letztes Mal versuche ich meinen Mut zusammenzukratzen, aber es ist keiner mehr da. Im Film müsste ich jetzt versuchen sie zu küssen.
Ich schaue langsam hoch. Suche noch nach einem kleinen bisschen Chuzpe in meinem Inneren, um zu vollenden was ich begonnen habe. Ich schau ihr in die Augen. In ihrem Blick liegt eindeutig Rührung, mehr kann ich nicht erkennen. Ich atme tief durch. Und trinke dann den gesamten Rest des Bieres auf ex.
Ich stehe auf, flüstere leise ein: „Gute Nacht“ und bewege mich Richtung Haustür. Auf dem Weg zu meinem gerade erst bekommenen ersten Auto, suche ich die Gegend mit meinen Augen nach Leppert ab. Keine Spur.
Ich setze mich auf den Beifahrersitz meines cremeweißen Citroens. Kurbele ihn weit runter, schalte das Radio ein, setzte mir die Sonnenbrille auf die auf dem Armaturenbrett liegt, lehne mich zurück und schließe die Augen. Alles was ich denke ist: „Fuckfuckfuckfuckfuckfuckfuckfuckfuckfuckfuck….“

Fortsetzung folgt

Amn. d. Autors: Ich muss mich wieder langsam rantasten, also gibts erstmal Häppchen.

Samstag, 26. Dezember 2009

Hail to the King Baby!

Eine Lobhudelei auf Stephen King

Hallo, es ist 3:53 Uhr als ich diesen Text beginne und ich muss einfach einiges loswerden. Die Menschen die mich persönlichen kennen, stöhnen jetzt wahrscheinlich auf und überfliegen das alles nur. Dennoch versuche ich auch denen etwas zu bieten.
Ich versuche im Folgenden eine Lobhudelei auf meinen Lieblingsautor zu schreiben. Auf jemanden, dessen man sich fast schämen muss Anhänger seiner Werke zu sein, weil er so stark verkannt wird wie kein zweiter (darauf komme ich noch zurück). Jemand der mich durch mein Leben begleitet, seit ich zwölf Jahre alt bin und dessen Werke mich stärker geprägt haben, als die der meisten Musiker, Filmemacher und im allgemeinen Künstler zusammen. Ich rede natürlich von Stephen King.

Nun bitte ich alle, die vorhaben das hier zu lesen und von King nicht viel mehr als seinen Namen und vielleicht zwei bis drei seiner Verfilmungen kennen, die bisherigen Assoziationen so gut es geht beiseite zu schieben.
Vergesst wie reißerisch der Heyneverlag Kings Buchtitel ins deutsche „interpretiert“ (Tommyknockers = Das Monstrum, Duma Key = Wahn, Blaze = Qual oder Everything’s Eventual = Im Kabinett des Todes, um nur mal ein paar Beispiele zu nennen), oder wie flach und 0815 seine Verfilmungen sind und den Eindruck vermitteln, Stephen King schreibe nur billige Slasher-Kost. Vergesst was amerikanische Kritiker sagen, wenn sie behaupten King wäre „Lese-Fastfood“ ohne Gehalt und nicht annähernd so „sättigend“ wie die Konkurrenz. Holt ihn weg aus der Ecke der Dan Browns, Wolfgang Hohlbeins und Dean Koontz (entschuldigt wenn ich jetzt jemanden diffamiert habe, den ihr mögt) und betrachtet ihn, allein mit Hilfe der Faktoren die nötig sind, um die Qualität eines Autors zu bemessen.
Auch wenn das so wirkt, als wäre ich ein verblendeter Fanboy, welcher jeden morgen mit feuchten Tröpfchen in der Shorts aufwacht, weil er von seinem Idol geträumt hat, kann ich viel der starken Kritik mit der sich King konfrontiert sieht verstehen und auch viele Lobeshymnen auf einige seiner Bücher nicht nachvollziehen.
King ist meiner Meinung nach ein ambivalenter und vor allem flexibeler Autor. Für dessen immens hohen Output (ich weiß, Anglizismen stinken), erstaunlich viel Qualität vorhanden ist, der aber auch schon viel Scheiße verzapft hat. Zeitverschwendungen wie „Der Buick“, „Desperation“ und „Tommyknockers“ lassen mich immer noch förmlich erzittern.
Nun, bevor ich zu den angekündigten Faktoren die nötig für die Qualität eines Autors sind komme, muss ich die persönliche Aktualität dieses Eintrags verdeutlichen.
Nach meinem einjährigen sehr amüsanten und mitreißendem Ausflug in die Ecke der Misanthropie, mit Hilfe der Autoren Faldbakken, Welsh und Palahniuk, von denen ich auch keinen mehr missen möchte, bekam ich am 6. Dezember „Die Arena“ (org: Under the Dome), den neuen Kingroman geschenkt. 1280 Seiten, welche ich just vor einer halben Stunde beendet habe.

Wieder King zu lesen, war wie nach dem Urlaub nach Hause zu kommen. Der Urlaub war total schön, aber irgendwie freut man sich auf Zuhause und kaum ist man da, genießt man jede ruhige Minute in seinem Lieblinssessel, obwohl der Strand wunderschön war. Vielleicht war es psychosomatisch, aber King hat mich sofort wieder gepackt. Ich hatte wenig Zeit, aber die die ich entbehren konnte, las ich und über die Feiertage hab ich bis eben einen 800 Seiten Marathon über drei Etappen gemacht. Ich war schon immer ein gieriger aber nicht zwingend ein schneller Leser.
Nun habe ich das neuste Werk Kings beendet, von dem ich wirklich Angst hatte, dass es schlecht wird, weil ich nicht wusste ob mich King noch über so eine Länge fesseln kann, nachdem ich bei Lisey´s Story schon beinah vor Langeweile einging. Er konnte es und wie.
Kommen wir zu der Bewertung Kings. Natürlich beziehe ich mich hier auf rein subjektive Faktoren, da man wie ich finde, selbst Literatur nicht auf die pure Technik reduzieren darf. Natürlich kann man anhand derer Urteile wie „gut“ oder „schlecht“ fällen. Ich habe davon aber nicht genügend Kenntnisse um das bei King zu beurteilen und ich lese ihn fast nur übersetzt, was mich sowieso disqualifiziert.
Es ist ähnlich wie bei allen anderen Kunstprodukten, man muss wissen worauf man sich bezieht. Will man alles von der technischen Seite betrachten und einen Autor nur anhand dessen bewerten wie gut er mit Sprache umgehen kann? Ich persönlich finde, dass man dabei nicht vergessen sollte was Zweck der Instrumente sind, welche die Sprachfähigkeiten eines Autors darstellen. Alles läuft darauf hinaus Geschichten zu erzählen. Und das ist meiner bescheidenen Meinung nach, der wichtigste Punkt an dem ein Autor zu bemessen ist. Natürlich gibt es Autoren die es schaffen beides in einer unfassbaren Synthese miteinander zu verknüpfen, überragende Technik und eine Geschichte die dir den Rucksack vom Rücken haut. Nicht umsonst sind die Orwells, Dickens und Goethes so unangreifbar, was die Qualität ihrer Werke angeht.
Also haben wir unseren Rahmen abgesteckt, in dem wir uns King ansehen wollen. Der rein Subjektive Rahmen meiner eigenen kleinen Weltsicht. Wie bei allem anderen ist es natürlich eine Frage des Geschmacks. Es gibt genügend Leute die wie ich, für ihren Autor eintreten und ihn auf Gedeih und Verderb verteidigen und diese Leute wollen eigentlich nicht mehr, als ich mit diesem Text erreichen will, dass dieser Autor eine echte Chance bekommt. Der Unterschied ist, dass King nicht zu unbekannt, sondern zu bekannt ist. King zu lesen ist wie Golf zu fahren, Die Ärzte zu hören oder Schokolade als Lieblingseissorte zu haben.
Jeder hat eine Meinung zu King, auch ohne sich selbst mit ihm befasst zu haben. Er ist der Horrortyp, dieser Blutrünstige, mit dem Monsterclown aus „Es“.
Das meine ich mit dem beinah schämen müssen. King ist für so gut wie alle die ihn nie gelesen haben Groschenroman Niveau. Einfach nur aufgrund der vielen Eindrücke, des wohl bekanntesten Autors der Welt, die so auf einen einprasseln. Viele davon stimmen auch, ich glaube King hat viele Leser, die nicht verstehen worauf er hinaus will und die blutigen Stellen in seinen Büchern am besten finden. Dennoch sollte jeder, der gerne Bücher liest Stephen King aus Maine zumindest eine Chance geben.
Ich versuche an einem Vergleich mit einem momentan extrem bekannten Autors, Kings vorteile deutlich zu machen. Vorhang auf für Danny-Boy.
Dan Brown und Stephen King weisen viele Ähnlichkeiten auf. Beide haben anscheinend das Talent, binnen kürzester Zeit immens viele Menschen für ihre Geschichten einzunehmen. Sie erzählen spektakuläre Geschichten, die dazu führen, dass man ihre Bücher verschlingt. Der große Knackpunkt sind die Charaktere und dort ist King meiner Meinung nach so gut wie einzigartig.
Was bleibt den Leuten von Robert Langdon (Protagonist in Browns „Illuminati, Sakrileg, Das verlorene Symbol) im Gedächtnis? Was denkt Robert Langdon? Warum handelt er so wie er handelt? Was zeichnet ihn aus, außer seiner Position innerhalb des Romans?
Langdon ist meiner Meinung nach austauschbar. Langdon ist einem auch im Grunde genommen Egal. Man will zwar wissen wie es weitergeht, aber würde es mich stören wenn ihm ein Fuß abgehackt wird? Wenn er gefoltert werden würde? Nein, kein Stück. Höchstens dadurch das die Geschichte nicht weiter geht. Dan Brown versucht Langdon Ecken und Kanten zu geben. Die Platzangst, die Micky Mouse Uhr. Aber er versagt.
Stephen King nimmt sich Zeit für seine Charaktere und schafft das meistens ohne den Leser zu langweilen. Die Protagonisten und Antagonisten haben eine Seele. Man lernt sie mit dem Buch kennen und viel wichtiger, verstehen. King ist unantastbar darin, fiktiven Personen Leben einzuhauchen und das ist wörtlich gemeint.
Die Menschen die King erschafft, kann sich der Leser in einer anderen Umgebung vorstellen und hat eine Idee davon, wie sie sich verhalten. Alles was sie tun, ergibt einen Sinn, es steht im direkten Bezug zu ihrer Persönlichkeit. King schafft es Wahnsinnige Gegenspieler zu schaffen (Randall Flagg, Norman Daniels, Die Rennies, George Stark) vor denen sich auch der Leser fürchtet, aber sie dennoch irgendwie versteht, was sie noch beängstigender macht und Sympathieträger zu skizzieren (Jonsey-Biber-Henry-Pete, Alan Pangborn, Dale Barbara) die mehr sind als Figuren in einem Roman. Es sind Charaktere die sich in der Vorstellung des Lesers materialisieren und dort existieren. Sie sind Menschen für die man etwas empfindet. Es ist schwer zu beschreiben bis man es erlebt, aber King schafft eine Mitleidigkeit mit seinen Figuren, die mir sonst nie unterkam.
Genau diese Figuren sind es, um die es bei King geht. Es geht selten wirklich um den alten Indianerfriedhof, das zum Leben erwachte Auto das beginnt zu morden oder den dämonischen Clown. Es handelt von Menschen die einen interessieren, und sie ein Stück durch ihr Leben zu begleiten. Zu erleben was sie erleben und noch mehr, zu fühlen was sie fühlen. Diese Nähe zu den Charakteren, schafft King meistens erst durch die Extremsituationen herzustellen in die diese geraten. Leider sind es die Extreme für die er bekannt ist, dafür das er nicht zimperlich mit Gewalt umgeht, dafür das er die abstrusesten und manchmal auch dämlichsten Einfälle hat. Aber das wofür King bekannt ist, ist nicht seine größte Stärke.
Ich gehe hier absichtlich nicht auf die „Dark Tower“ Reihe ein, welche quasi Kings stärken potenziert und somit ein unfassbar intensives literarisches Werk ist, sondern spreche hier nur von dem „Groschenroman King“ dessen Filme man kennt. Auch wenn die Filme teilweise Klassiker sein mögen, Brian de Palmas „Carrie“ zum Beispiel, ist es für sie unmöglich die unfassbare Nähe zu den Figuren zu transportieren, welche man beim Lesen hat.
Diese Nähe ist es auch, was bewirkt, dass ich restlos alles von King lese. Auch Bücher wie „Der Buick“, welches ich schon nach den ersten 100 Seiten als schrecklich lustlos und eintönig empfand, konnte ich nicht einfach aufhören zu lesen, weil mir das Schicksal der Protagonisten trotz aller Antipathie der Geschichte gegenüber, irgendwie am Herzen lag. Eine Geschichte ist immer nur so gut oder schlecht wie ihre Charaktere. Deshalb ist Stephen King in meinen Augen ein genialer Geschichtenerzähler, Autor und Künstler. Die Empathie, welche King erschafft, ist einzigartig und kann nur Kunst sein. Kein Fastfood, kein niveauloses Blutbad, kein schlichter Gruselroman, sondern wahrhaftige Kunst. Wenn Kings Bücher Lehm wären, wäre er niemand geringeres als Gott, weil er Menschen erschafft und nicht bloß Figuren.

So, am Ende wurde ich etwas schwammig, aber die Müdigkeit hat mich eingeholt. Auch wenn die Schleimspur die ich hinterlasse ziemlich dick ist, wird hoffentlich klar das sie ehrlich und einigermaßen differenziert (soweit möglich für einen Fanboy) ist.
Mfg KaZper
 
Besucherzähler